Pablo Picasso gehört zu den bedeutendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts und seine Werke erzielen weltweit hohe Marktwerte.
WIE WIRD DER WERT ERMITTELT?
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Was den Wert eines Werks von Pablo Picasso bestimmt
WERKGRUPPEN UND IHRE RANGFOLGE AM MARKT
Unikate – Gemälde auf Leinwand — Ölbilder der Blauen und Rosa Periode, des Analytischen und Synthetischen Kubismus, der neoklassizistischen Jahre, die Bildnisse von Marie-Thérèse Walter und Dora Maar sowie die späten Arbeiten aus Mougins bilden die Spitze des Marktes. Jedes Werk wird als singuläres Objekt behandelt, dessen Wert von Periode, dargestellter Person und Ausstellungsgeschichte abhängt und nicht von einem allgemeinen 'Picasso'-Preisniveau.
Zeichnungen, Gouachen und Pastelle — Picasso zeichnete unablässig, weshalb Arbeiten auf Papier die am häufigsten anzutreffenden Originale sind – von raschen Tuschskizzen bis zu vollständig durchgearbeiteten Gouachen und farbigen Kreidekompositionen. Der Markt unterscheidet beiläufig gewidmete Blätter von ausgeführten Studien, die mit bekannten Gemälden oder Werkgruppen in Verbindung stehen und weit höher bewertet werden.
Zu Lebzeiten entstandene Druckgrafik und illustrierte Bücher — Radierungen, Aquatinten, Kaltnadelarbeiten, Lithografien und Linolschnitte, entstanden mit Lacourière, Mourlot, Crommelynck oder Arnéra, darunter die Suite Vollard und die Suite 347, werden als eigenständige Werke gesammelt. Signierte, nummerierte Abzüge in gutem Zustand werden deutlich höher bewertet als unsignierte Probe- oder Buchabzüge desselben Motivs.
Madoura-Keramiken — Teller, Krüge, Vasen und Platten, die in der Töpferei Madoura in Vallauris entstanden, wurden in Auflagen herausgegeben, überwiegend von Madoura-Handwerkern nach Picassos Modellen ausgeführt, mit einer kleinen Zahl eigenhändiger Unikate. Der Markt bepreist Unikate gesondert und bewertet Auflagenstücke nach Modell, Auflagenhöhe und dem Vorhandensein der Marken Madoura und Edition Picasso.
Plakate und reproduktive Drucke — Ausstellungsplakate, fotolithografische Reproduktionen und Editionen 'nach Picasso', einschließlich posthumer, vom Nachlass autorisierter Reproduktionen, sind weit verbreitet und bilden die geringstwertige Kategorie. Sie gelten als dekorative oder dokumentarische Objekte, sofern das Plakat nicht selbst eine unter Picassos Aufsicht gedruckte Lithografie ist.
SIGNATUR, STEMPEL UND WERKVERZEICHNIS
Picasso signierte meist unten rechts oder unten links auf der Vorderseite, bei Druckgrafik und Zeichnungen mit Bleistift, bei Gemälden in Farbe oder Tusche, und zwar allein mit 'Picasso'; frühe Werke sind gelegentlich mit 'P. Ruiz Picasso' oder 'P. R. Picasso' signiert, und häufig datierte er, bei späteren Werken bisweilen sogar mit taggenauer Angabe, auf der Rückseite oder im Rand, oft ergänzt um Widmungen 'pour' einen namentlich genannten Freund oder Dargestellten. Madoura-Keramiken tragen auf der Unterseite eingeprägte oder aufgemalte Marken wie 'Madoura Plein Feu', 'Edition Picasso' und 'Empreinte originale de Picasso' anstelle einer handschriftlichen Signatur. Die Authentifizierung erfolgt durch die Erben des Künstlers und deren Verwaltung und nicht durch ein offenes Komitee; seriöse Zuschreibungsarbeit stützt sich auf die maßgeblichen Werkverzeichnisse für Gemälde, Druckgrafik und Keramik sowie auf eine dokumentierte Provenienz.
HÄUFIGE VERWECHSLUNGEN
- Fotomechanische Reproduktionen berühmter Kompositionen, häufig gerahmt und mit gedruckter Signatur im Bild verkauft, lassen sich unter der Lupe an einem regelmäßigen Punkt- oder Rosettenraster anstelle von geätzten Linien, lithografischem Korn oder Pinselduktus erkennen.
- Ausstellungs- und Stierkampfplakate, die ein Picasso-Motiv wiedergeben, werden häufig für Originallithografien gehalten; nur Plakate, die tatsächlich auf Stein oder Platte gezeichnet und von seinen Druckern gedruckt wurden, gelten als Originalgrafik, während die übrigen gedruckte Schrift und Rasterpunkte aufweisen.
- Mappenwerke 'nach Picasso' und posthume reproduktive Editionen mit Nachlasssignatur, Faksimilesignatur oder nummerierter Auflage wurden nicht unter der Kontrolle des Künstlers gedruckt und dürfen nicht als zu Lebzeiten entstandene Druckgrafik bezeichnet werden.
- Madoura-Stücke werden oft mit nicht autorisierter Vallauris-Keramik im Stil Picassos verwechselt; echte Beispiele tragen die spezifischen Stempel Madoura und Edition Picasso und entsprechen einem verzeichneten Modell – ein undokumentiertes Modell mit handgemaltem 'Picasso' auf der Schauseite ist ein Warnsignal.
WOFÜR KÄUFER ZAHLEN
- Periode und Sujet dominieren: Figuren der Blauen und Rosa Periode, kubistische Stillleben sowie die Bildnisse von Marie-Thérèse und Dora Maar sind begehrt, während repetitive späte Linienzeichnungen, Musketierköpfe und beiläufige Widmungen deutlich niedriger liegen.
- Bei Druckgrafik verändern Platte bzw. Stein, die Frage, ob der Abzug signiert und nummeriert ist, die Auflagenhöhe, ob es sich um einen zu Lebzeiten entstandenen Abzug auf dem vorgesehenen Papier handelt und ob er aus einem Buch oder einer separat herausgegebenen Auflage stammt, das Niveau erheblich.
- Die Provenienz ist bei diesem Künstler ungewöhnlich wichtig: eine nachvollziehbare Linie zurück zu Kahnweiler, Rosenberg, Vollard, Madoura oder zu einer dokumentierten Schenkung aus Familienbesitz sowie die Aufnahme in ein Werkverzeichnis stützen den Wert, während Lücken angesichts der Menge an Fälschungen Zweifel wecken.
- Für das jeweilige Medium typische Zustandsfragen fallen stark ins Gewicht: lichtgeschädigtes oder stockfleckiges Papier und beschnittene Ränder bei Druckgrafik, Verblassen farbiger Kreide, Craquelé oder Restaurierungen bei frühen Ölbildern sowie Abplatzungen, Brennrisse oder Übermalungen bei Keramik.
VOR DER SCHÄTZUNG PRÜFEN
- Signatur sowie jede Widmung oder Datierung in Nahaufnahme fotografieren, dazu die gesamte Vorderseite des Werkes bei gleichmäßigem Licht ohne Glasspiegelungen.
- Die gesamte Rückseite fotografieren, einschließlich Keilrahmen, Rückwand, Keramikunterseite mit sämtlichen Stempeln und Marken, Galerie- oder Ausstellungsetiketten, Inventarnummern sowie aller Kreide- oder Bleistiftnotizen.
- Auflagen- oder Modellnummer und Randbezeichnungen erfassen, ebenso Blatt- und Darstellungsmaße, ein im Gegenlicht sichtbares Wasserzeichen oder Papiermerkmal sowie eine Streiflichtaufnahme, die zeigt, ob die Oberfläche Plattenkanten, Pinselstruktur oder einen flachen, gedruckten Glanz aufweist.
HÄUFIGE FRAGEN
Wie viel ist ein Werk von Pablo Picasso wert?
Der Wert hängt von mehreren Faktoren ab: Schaffensperiode, Medium (Gemälde, Lithografie, Keramik), Größe, Zustand und Provenienz. Während frühe kubistische Werke und Meisterwerke mehrere Millionen Euro erreichen, sind hochwertige Lithografien und Keramiken bereits ab 10.000 Euro erhältlich.
Wo kann ich ein Pablo Picasso Werk verkaufen?
Bedeutende internationale Auktionshäuser wie Christie's und Sotheby's spezialisieren sich auf Picasso-Werke. Zudem arbeiten renommierte Kunstgalerien und spezialisierte Online-Plattformen mit solchen Kunstwerken. Eine professionelle Bewertung hilft beim Verkauf durch etablierte Kanäle.
Wie wird ein Pablo Picasso Werk authentifiziert?
Die Authentifizierung stützt sich auf Provenienzforschung, kunsthistorische Expertise und den Vergleich mit dem Catalogue Raisonné. Für viele Werke empfehlen sich Zertifikate von anerkannten Picasso-Archiven und Expertengremien zur Sicherung des Wertes.