Methodik, in zwei Sätzen
Die folgenden Zahlen beziehen sich auf die 1.902 Schätzungen, die ArtValue zwischen dem 27. Mai und dem 5. September 2026 in sieben Sprachen erstellt hat. Es handelt sich um Schätzungen, die unsere Analyse-Engine aus den von den Nutzern bereitgestellten Fotos und Angaben erzeugt — es sind keine erzielten Verkaufspreise und kein Gutachten. Sofern nicht anders angegeben, sind die genannten Werte die Obergrenze der geschätzten Spanne. In diese Aggregate fließen keine personenbezogenen Daten ein.
1. Zwischen Median und Mittelwert liegt der Faktor 135
Der Medianwert eines bei ArtValue eingereichten Werks beträgt 950 €. Der Mittelwert liegt bei 128.574 €. Dieser Abstand ist kein Rechenfehler, sondern die Form des Marktes selbst. Eine Handvoll siebenstelliger Werke zieht den Durchschnitt nach oben, während 87,5 % aller geschätzten Stücke unter 5.000 € bleiben. Nur 1,5 % überschreiten 100.000 €.
Das ist die zentrale Verzerrung der öffentlichen Rede über Kunst. Die Berichterstattung stützt sich auf Auktionsrekorde, also auf das, was bereits aussortiert, authentifiziert und für versteigerungswürdig befunden wurde. Auktionsdatenbanken messen den Überlebenden. Dieses Barometer misst, was vor der Auslese passiert: das von der Wand genommene Bild, die auf dem Dachboden gefundene Grafik, die von der Großmutter geerbte Leinwand. Die folgende Verteilung ist diese.
| Geschätzte Obergrenze | Schätzungen | Anteil |
|---|---|---|
| Unter 100 € | 23 | 1,2 % |
| 100 bis 500 € | 399 | 21 % |
| 500 bis 1.000 € | 546 | 28,7 % |
| 1.000 bis 5.000 € | 697 | 36,6 % |
| 5.000 bis 20.000 € | 154 | 8,1 % |
| 20.000 bis 100.000 € | 55 | 2,9 % |
| Über 100.000 € | 28 | 1,5 % |
2. Es gibt keinen Spitzenreiter
1.253 Schätzungen nennen einen Künstlernamen. Sie verteilen sich auf 1.028 verschiedene Künstler — und 880 davon kommen genau einmal vor. Der am häufigsten eingereichte Künstler, Salvador Dalí, steht für gerade 12 Anfragen, also 0,6 % des Gesamtvolumens.
Kunst in Privatbesitz ist mit anderen Worten ein nahezu reiner Long Tail. Es gibt keine Top Ten, die den Großteil der Nachfrage auf sich zieht: Jeder Haushalt hat seinen örtlichen Maler, seinen landschaftsmalenden Onkel, seinen Lithografen aus den Siebzigern. Genau das macht die Schätzung im privaten Bereich strukturell schwierig — und deshalb beantwortet eine nur auf berühmten Signaturen aufgebaute Vergleichsdatenbank die gestellte Frage nicht.
3. Ein Drittel weiß nicht, was es besitzt
649 Schätzungen, 34,1 % des Gesamtvolumens, wurden ganz ohne Künstlernamen angefragt: allein anhand eines Fotos. Diese nicht identifizierten Werke haben einen Medianwert von 650 € gegenüber 1.400 €, wenn ein Name angegeben wird. Die Identifizierung schafft den Wert nicht, aber ihr Fehlen deckelt ihn: ohne zuordenbare Signatur gibt es keinen Vergleichswert, und ohne Vergleichswert keine vertretbare Obergrenze.
Ein zweites Signal weist in dieselbe Richtung. Von den 104 Personen, die unsere Zufriedenheitsumfrage beantwortet haben, halten diejenigen, die den erhaltenen Betrag bestreiten, ihn viermal häufiger für zu niedrig als für zu hoch (29 gegenüber 7). Die Stichprobe ist klein, und wir geben sie als Größenordnung an, nicht als Messung: Sie deutet auf eine anhaltende Lücke zwischen erhofftem Wert und Marktwert hin.
4. Das ist keine französische Frage
Die Hälfte der Anfragen kommt über die französische Oberfläche, die andere Hälfte verteilt sich auf Englisch, Spanisch, Italienisch, Deutsch und Portugiesisch. Die Frage „Was ist dieses Bild wert?" wird überall in denselben Worten gestellt, und die beobachteten Größenordnungen unterscheiden sich zwischen den Sprachen nicht wesentlich.
Was diese Zahlen nicht sagen
Drei Grenzen, offen benannt. Erstens sind es Schätzungen, keine Transaktionen: Wir messen einen wahrscheinlichen Marktwert, kein vereinnahmtes Geld. Zweitens besteht die Stichprobe aus Menschen, die online eine Schätzung suchen — sie überrepräsentiert vermutlich Objekte, bei denen Zweifel bestehen, und unterrepräsentiert Sammlungen, die bereits von Fachleuten betreut werden. Drittens wird die Art des Objekts (Gemälde, Grafik, Zeichnung, Skulptur) erst seit dem 4. August 2026 zuverlässig erfasst: Die Aufschlüsselung nach Medium folgt in einer späteren Erhebung und wird hier noch nicht veröffentlicht.
Weiterverwendung und Zitat
Diese Zahlen dürfen frei weiterverwendet werden, auch kommerziell, unter der einzigen Bedingung, ArtValue zu nennen und auf diese Seite zu verlinken. Die Grafiken dürfen unverändert übernommen werden. Journalistinnen, Journalisten und Forschende: Wir beantworten gern methodische Rückfragen oder erstellen zusätzliche Auswertungen.
Verlauf der Erhebungen
Jede Erhebung bleibt hier archiviert. Ein Zitat, das ein Erhebungsdatum nennt, bleibt daher auch nach Veröffentlichung der folgenden Erhebung überprüfbar.
| Erhebung | Schätzungen | Median | Mittelwert |
|---|---|---|---|
| 24. August 2026 | 1.578 | 1.200 € | 153.920 € |
| 5. September 2026 | 1.902 | 950 € | 128.574 € |