Yayoi Kusama zählt zu den einflussreichsten zeitgenössischen Künstlern. Hier erfahren Sie, wie Ihre Werke bewertet werden.
WIE WIRD DER WERT ERMITTELT?
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Was den Wert eines Werks von Yayoi Kusama bestimmt
WERKGRUPPEN UND IHRE RANGFOLGE AM MARKT
Infinity Nets und frühe Gemälde — Großformatige Leinwände aus der Serie Infinity Nets, aus den New Yorker Jahren sowie die späteren Gemälde der Werkgruppen Dots Obsession und My Eternal Soul bilden die Spitze des Marktes und werden international gehandelt, wobei die Ausstellungshistorie genau geprüft wird. Werke dieser Art werden üblicherweise von einer vom Atelier der Künstlerin ausgestellten Registrierungskarte begleitet; deren Fehlen schränkt die Verkäuflichkeit erheblich ein.
Kürbisskulpturen und Soft Sculpture — Dreidimensionale Kürbisse in Bronze, Fiberglas oder lackiertem Harz, Akkumulationsobjekte mit phallischen Auswüchsen sowie Arbeiten im Umfeld der Spiegelräume sind stark gefragt, an der Spitze stehen monumentale Kürbisse für den Außenbereich. Daneben existieren kleine Kürbisse aus bemaltem Metall in nummerierten Auflagen, die als Multiples und nicht als Unikate behandelt werden.
Arbeiten auf Papier, Gouache, Collage — Unikate Zeichnungen, Gouachen, Pastelle und Collagen aus der japanischen Periode der späten 1940er- und der 1950er-Jahre sowie aus den New Yorker Jahren werden intensiv gesammelt und sind häufig kleineren Formats. Spätere signierte Zeichnungen auf Papier zirkulieren kontinuierlich, jedoch auf einem deutlich niedrigeren Niveau als die Gemälde.
Signierte Siebdrucke und Lithografien — Kusama hat seit den späten 1970er-Jahren ein sehr umfangreiches signiertes und nummeriertes Druckgrafikwerk geschaffen, überwiegend Siebdrucke mit Kürbissen, Netzen, Blumen, Hüten und Schuhen, herausgegeben in kleinen Auflagen. Der Markt ist liquide, hängt aber stark vom Motiv ab; unsignierte oder nicht nummerierte Abzüge werden als dekorative Objekte behandelt.
Merchandise, Plakate, Lizenzobjekte — Ausstellungsplakate, gepunktete Kürbisfiguren, Teller, Plüschobjekte, Skateboard-Decks und Kooperationen mit Mode- oder Designmarken zirkulieren in sehr großer Zahl. Diese werden als Design oder Memorabilia gehandelt, nicht als Originalkunst, ungeachtet dessen, was das aufgedruckte Punktmotiv suggeriert.
SIGNATUR, STEMPEL UND WERKVERZEICHNIS
Kusama signiert in der Regel im unteren Rand oder in der unteren Ecke, bei Druckgrafiken und Arbeiten auf Papier mit Bleistift, auf Leinwand mit Farbe oder Tusche, entweder mit ihrem romanisierten Namen oder mit ihrem Namen in japanischen Schriftzeichen, häufig ergänzt um Titel und Jahr; Leinwände sind meist rückseitig signiert, betitelt und datiert, gelegentlich mit einem kleinen daneben gezeichneten Punkt oder Netz. Druckgrafiken sind zusätzlich mit Bleistift nummeriert, mit Vermerken wie A.P., E.A. oder H.C. für Abzüge außerhalb der nummerierten Auflage; viele erschienen über japanische Verlage, deren Prägestempel oder gedruckter Hinweis auftreten kann. Das Atelier in Tokio stellt für Gemälde, Skulpturen und unikate Arbeiten auf Papier eine Registrierungskarte mit einer Fotografie des Werkes aus; dieses Dokument wird im Handel inzwischen faktisch vorausgesetzt. Eine unabhängige Stiftung oder ein Komitee ist an seiner Stelle nicht allgemein anerkannt.
HÄUFIGE VERWECHSLUNGEN
- Offset- oder Giclée-Reproduktionen von Kürbissen und Infinity Nets, mitunter mit einer in das Bild gedruckten Signatur, werden häufig mit den handsignierten Siebdrucken verwechselt, die eine Bleistiftsignatur und -nummerierung im Rand sowie dichte, leicht erhabene Farbschichten aufweisen.
- Ausstellungsplakate von Museumsretrospektiven und von den Spiegelraum-Ausstellungen werden in enormen Stückzahlen reproduziert und oft gerahmt als Druckgrafik verkauft, obwohl sie gedruckten Text, Galerie- oder Museumsangaben und keinerlei Bleistiftvermerke tragen.
- Gefälschte Gemälde und Gouachen sind bei dieser Künstlerin ungewöhnlich häufig, weil Punkte und Netze leicht nachzuahmen sind; entscheidend ist nicht das Erscheinungsbild der Oberfläche, sondern das Vorhandensein einer Registrierungskarte des Ateliers und einer nachvollziehbaren Provenienzkette.
- Lizenzierte Kürbisfiguren, Tischgeschirr und Markenkooperationen tragen den gedruckten Namen der Künstlerin und eine eingeformte Faksimile-Signatur und sind nicht mit den von Galerien herausgegebenen nummerierten Editionen bemalter Skulpturen zu verwechseln.
WOFÜR KÄUFER ZAHLEN
- Die New Yorker Periode und die frühesten Infinity Nets sowie die japanischen Arbeiten auf Papier der späten 1940er- und der 1950er-Jahre erzielen einen Aufschlag gegenüber der reichlich vorhandenen späteren Produktion.
- Unter den wiederkehrenden Motiven sind Kürbisse und Infinity Nets am stärksten gefragt, während Blumen, Schuhe, Hüte und Gesichter aus den Druckgrafikserien weniger gesucht sind; gelb-schwarze Kürbisse schneiden besser ab als andere Farbstellungen.
- Das Format ist von großer Bedeutung, ebenso Auflagenhöhe und -status: kleine Auflagen und frühe Editionen werden bevorzugt, während die in den letzten Jahrzehnten erschienenen großen Auflagen reichlich vorhanden und leicht vergleichbar sind.
- Für das jeweilige Medium typische Erhaltungsprobleme fallen stark ins Gewicht, namentlich Lichtverblassung und Papiervergilbung bei Siebdrucken, Passepartoutbrand und Wellung bei Arbeiten auf Papier sowie Kratzer, Abplatzungen oder Vergilbung bei lackierten Fiberglas- und Harzskulpturen.
VOR DER SCHÄTZUNG PRÜFEN
- Fotografieren Sie den Signaturbereich aus nächster Nähe im Streiflicht, sodass sich Bleistiftstriche von einem gedruckten Faksimile unterscheiden lassen.
- Fotografieren Sie die gesamte Rückseite einschließlich Keilrahmen oder Rückwand, die Auflagennummer, etwaige Prägestempel des Verlags, Galerie- oder Ausstellungsetiketten sowie sämtliche Inventarnummern.
- Tragen Sie die Registrierungskarte des Ateliers, sofern vorhanden, zusammen und fotografieren Sie sie, ebenso Rechnungen, Korrespondenz oder Katalogseiten, die belegen, wo und wann das Werk in den Familienbesitz gelangt ist.
HÄUFIGE FRAGEN
Wie viel ist ein Werk von Yayoi Kusama wert?
Der Wert hängt stark vom Medium (Gemälde, Druck, Skulptur), der Größe, dem Zustand und der Provenienz ab. Drucke beginnen typischerweise im niedrigen fünfstelligen Bereich, während Originalgemälde und Skulpturen deutlich höher liegen können. Eine fachmännische Bewertung berücksichtigt alle diese Faktoren.
Wo kann ich ein Yayoi Kusama Werk verkaufen?
Bedeutende internationale Auktionshäuser führen regelmäßig Werke Kusamas auf. Zusätzlich bieten spezialisierte Kunstgalerien und Online-Kunstplattformen Verkaufsmöglichkeiten. Die Wahl des Verkaufskanals hängt von Werk und Marktlage ab.
Wie authentifiziere ich ein Yayoi Kusama Werk?
Authentizität wird durch Provenianzforschung, Expertenzertifikate und Einträge im Catalogue Raisonné nachgewiesen. Bei hochwertigen Werken empfiehlt sich eine Überprüfung durch anerkannte Fachleute oder die Kusama Foundation. Dokumentation und Herkunftsnachweise sind entscheidend.