Gerhard Richter zählt zu den einflussreichsten zeitgenössischen Künstlern. Eine professionelle Bewertung bestimmt den aktuellen Marktwert Ihrer Werke.
WIE WIRD DER WERT ERMITTELT?
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Was den Wert eines Werks von Gerhard Richter bestimmt
WERKGRUPPEN UND IHRE RANGFOLGE AM MARKT
Unikate Gemälde auf Leinwand — Abstraktes Bild – mit dem Rakel bearbeitete Leinwände –, Fotogemälde, Kerzen, Seestücke, Landschaften und graue Monochrome bilden den Kern des Marktes und werden international auf höchstem Niveau gehandelt. Sie müssen einem Eintrag im eigenen nummerierten Werkverzeichnis des Künstlers entsprechen, da Richter jeder von ihm anerkannten Leinwand eine Werkverzeichnisnummer zugewiesen hat.
Unikate Arbeiten auf Papier und übermalte Fotografien — Aquarelle, Tusch- und Bleistiftzeichnungen sowie die kleinformatigen Übermalten Fotografien (mit Farbresten übermalte Fotografien) sind Unikate und gefragt, liegen im Wert jedoch deutlich unter den Leinwandarbeiten. Übermalte Fotografien sind in der Regel rückseitig signiert und datiert und existieren in großer Zahl, sodass die Qualität der Farbgeste und das Format das Ergebnis bestimmen.
Handsignierte Editionen und Multiples — Richter hat seit den 1960er Jahren eine umfangreiche und sorgfältig dokumentierte Reihe nummerierter Editionen geschaffen: Offsetlithografien, Siebdrucke, fotografische Editionen, Chromogene Abzüge, Digitaldrucke auf Papier oder zwischen Aluminium und Acrylglas kaschiert (Diasec), dazu Objekte wie Glas- und Spiegelarbeiten. Signierte und nummerierte Exemplare aus dem Editionsverzeichnis des Künstlers haben einen etablierten Markt; die Drucke aus dem Umkreis von Strip und Cage sowie die Editionen Kerze und die Farbtafeln werden am häufigsten gehandelt.
Fotografische Editionen und Objektmultiples — Editionierte Objekte – Spiegel, Glasscheiben, Kugeln, bedruckte Email- oder Lacktafeln sowie als Editionen hergestellte Bücher – zirkulieren seltener und werden nach Auflagenhöhe, Zustand und dem Erhalt von Originalverpackung oder Zertifikat bewertet. Schäden an Glas, Spiegelflächen oder der Diasec-Kaschierung lassen sich nur schwer beheben und fallen stark ins Gewicht.
Plakate, Kataloge, unsignierte Reproduktionen — Ausstellungsplakate und Museumsreproduktionen nach Motiven Richters werden in sehr hohen oder unlimitierten Auflagen gedruckt und gelten als dokumentarisches oder dekoratives Material, nicht als Kunstwerke. Nur ein vom Künstler handsigniertes Plakat besitzt einen bescheidenen Sammlerwert und bleibt weit unter jeder nummerierten Edition.
SIGNATUR, STEMPEL UND WERKVERZEICHNIS
Richter signiert seine Gemälde in der Regel nicht auf der Vorderseite: Er signiert, datiert und ergänzt meist die Werkverzeichnisnummer in Farbe, Bleistift oder Filzstift auf der Rückseite der Leinwand oder auf dem Keilrahmen, gelegentlich mit Titel. Editionen und Arbeiten auf Papier sind üblicherweise im unteren Rand mit Bleistift signiert, datiert und mit der als Bruch geschriebenen Auflagennummer versehen, Künstlerexemplare entsprechend bezeichnet; Übermalte Fotografien tragen Signatur und Datum verso. Maßgebliche Referenz sind das eigene nummerierte Werkverzeichnis der Gemälde und das gesonderte, fortlaufend aktualisierte Verzeichnis der Editionen, beide unter Mitwirkung des Ateliers geführt; keine unnummerierte Leinwand sollte ohne Dokumentation akzeptiert werden.
HÄUFIGE VERWECHSLUNGEN
- Offsetreproduktionen und Museumsplakate berühmter Motive wie der Kerzen, der Farbtafeln oder Betty werden häufig gerahmt und für Drucke gehalten – zu achten ist auf beschnittene Ränder, ein regelmäßiges Druckpunktraster unter der Lupe sowie das Fehlen einer Bleistiftsignatur oder Auflagenangabe.
- Unsignierte oder unnummerierte Exemplare der Diasec-kaschierten fotografischen Editionen sind im Umlauf und mitunter später hergestellte oder Handelsexemplare; Kaschierung, Etikett und Zertifikat müssen mit einer dokumentierten Edition übereinstimmen.
- Kleinformatige abstrakte Leinwände oder Papierarbeiten in rakelartiger Manier, vorderseitig mit „Richter“ signiert, sind ein gängiges Fälscherschema, da die authentischen Gemälde des Künstlers verzeichnet und fast immer rückseitig signiert sind.
- Von Dritten mit handelsüblicher Farbe übermalte Fotografien imitieren die Übermalten Fotografien; authentische Exemplare verwenden jedoch die Farbreste des Ateliers und tragen verso ein handschriftliches Datum und eine Signatur.
WOFÜR KÄUFER ZAHLEN
- Leinwände aus den anerkannten Werkgruppen – frühe Fotogemälde nach gefundenen oder Pressefotografien, die Farbtafeln, die grauen Monochrome, die Kerzen und Schädel, die Abstrakten Bilder der 1980er bis 2000er Jahre sowie die Seestücke und Landschaften – erzielen weit mehr als beiläufige oder Übergangsarbeiten.
- Das Format wirkt sich unmittelbar aus: großformatige mehrteilige oder wandfüllende Abstraktionen rangieren über kleinformatigen Arbeiten, während bei Editionen eine kleine Auflage, der Status als frühes Künstlerexemplar und ein begehrtes Motiv das Niveau heben.
- Eine Provenienz aus einer erstrangigen Galerie, die den Künstler vertreten hat, die Aufnahme in das nummerierte Werkverzeichnis und die Präsenz in Museumsausstellungen stärken ein Werk erheblich, während das Fehlen im Werkverzeichnis ein gravierendes Hindernis darstellt.
- Für dieses Œuvre spezifische Zustandsprobleme mindern den Wert deutlich: Kratzer und Ablösungen bei Diasec-kaschierten Fotografien, Rissbildung oder Abflachung des dicken Rakel-Impastos, sichtbare Retuschen auf grauen Monochromen, bei denen jede Reparatur erkennbar ist, sowie lichtgebleichtes Papier oder verfärbte Kaschierungen bei Editionen.
VOR DER SCHÄTZUNG PRÜFEN
- Fotografieren Sie die gesamte Rückseite des Werks – Keilrahmenleisten, Leinwandrückseite, Rückwand des Rahmens – bei gutem Licht, einschließlich aller handschriftlichen Nummern, Datierungen, Titel, Galerie- und Ausstellungsetiketten sowie Speditionsaufkleber.
- Bei einem Druck oder Multiple fotografieren Sie das vollständige Blatt einschließlich der unbeschnittenen Ränder, mit Detailaufnahmen der Bleistiftsignatur, der Auflagenangabe oder Probedruckbezeichnung, eines etwaigen Prägestempels sowie der Papierkante und des Wasserzeichens im Gegenlicht.
- Erfassen Sie die exakten Maße, notieren Sie Träger und Technik (Leinwand, Papier, Fotografie, Diasec auf Aluminium, Glas oder Spiegel) und bewahren Sie jedes Zertifikat, jede Rechnung, Galeriekorrespondenz oder Erbschaftsurkunde auf, die die Eigentumskette belegt.
HÄUFIGE FRAGEN
Wie viel ist ein Werk von Gerhard Richter wert?
Der Wert hängt stark von Medium, Größe, Entstehungsjahr und Provenienz ab. Drucke und frühe Fotopaintings liegen oft im unteren bis mittleren fünfstelligen Bereich, während großformatige Gemälde und Arbeiten aus renommierten Sammlungen mehrere Millionen Euro erreichen können. Eine genaue Schätzung erfordert Fachkenntnis und aktuelle Marktdaten.
Wo kann man ein Gerhard Richter Werk verkaufen?
Internationale Auktionshäuser wie Christie's und Sotheby's versteigern regelmäßig Werke von Richter. Ferner bieten spezialisierte Galerien und Online-Kunstplattformen Verkaufsmöglichkeiten. Die Wahl des Verkaufskanals hängt vom Medium, der Größe und dem geschätzten Wert des Werks ab.
Wie authentifiziert man ein Gerhard Richter Werk?
Authentische Werke sollten in Richters Catalogue Raisonné dokumentiert sein. Wichtig sind lückenlose Provenienz, Expertenzertifikate und der Vergleich mit bekannten Werken. Für wertvollere Stücke empfiehlt sich eine Begutachtung durch anerkannte Richter-Spezialisten oder die Stiftung des Künstlers.