Paul Klee zählt zu den bedeutendsten Künstlern der Moderne. Seine Werke erzielen international hohe Marktwerte.
MARKTDATEN
StilrichtungBauhaus und Abstraktion
Zeitraum1879–1940
Aktueller MarktStarke internationale Nachfrage, stabile Preise, begehrte Kunstinvestitionen.
Übliche Spanne3.000 € – 5.000.000 €
WIE WIRD DER WERT ERMITTELT?
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Formelle AuktionenNotierte GalerienOnline-PlattformenSekundärmarkt
Was den Wert eines Werks von Paul Klee bestimmt
WERKGRUPPEN UND IHRE RANGFOLGE AM MARKT
Unikate Gemälde und Mischtechniken auf Tafel — Arbeiten in Öl, Ölpause, Aquarell und Tempera auf präparierten Gründen, häufig auf Papier oder Gaze, die Klee selbst auf Karton oder Pappe aufgezogen hat, bilden die Spitze des Marktes. Der Aufziehkarton ist Bestandteil des originalen Objekts und trägt häufig Titel und Werkverzeichnisnummer von Klees eigener Hand, was der Markt als wertbestimmend ansieht.
Unikate Arbeiten auf Papier — Aquarelle, Gouachen, Federzeichnungen und Bleistiftstudien bilden die größte Kategorie tatsächlich einzigartiger Klee-Werke und werden regelmäßig gehandelt. Kleine Formate sind bei Klee üblich und mindern die Begehrlichkeit für sich genommen nicht, wenngleich Zeichnungen deutlich unter farbigen Blättern rangieren.
Zu Lebzeiten gedruckte Radierungen und Lithografien — Klee schuf eine begrenzte Anzahl von Tiefdrucken aus seinen frühen Berner und Münchner Jahren sowie Lithografien im Umfeld des Blauen Reiter, des Bauhauses und des Sturm-Kreises, überwiegend in kleinen Auflagen. Es handelt sich um authentische Multiples mit dokumentiertem grafischem Werkverzeichnis; zu Lebzeiten gedruckte und herausgegebene Abzüge wiegen deutlich schwerer als spätere Drucke.
Posthume Drucke und Nachlassauflagen — Mappenwerke, spätere Nachdrucke und vom Nachlass autorisierte Reproduktionen, die nach dem Tod des Künstlers erschienen sind, existieren in großer Zahl und gelten als sekundäres Material. Sie können legitime Objekte sein, werden jedoch als Nachlassauflagen bewertet, nicht als Werke zu Lebzeiten.
Plakate, Buchtafeln und Reproduktionen — Ausstellungsplakate, Pochoirs und Lichtdrucktafeln aus Monografien sowie Mappenfaksimiles sind sehr weit verbreitet. Sie besitzen lediglich dekorativen oder dokumentarischen Wert, auch wenn sie aufwendig gerahmt und alt sind.
SIGNATUR, STEMPEL UND WERKVERZEICHNIS
Klee signierte in der Regel klein, mit Bleistift oder Feder, allein mit dem Nachnamen – „Klee“ –, meist im unteren Bereich des Blattes selbst und nicht auf dem Untersatzkarton, und er fügte der Signatur gewöhnlich kein Datum bei. Auf dem Untersatz- oder Trägerkarton vermerkte er charakteristischerweise das Jahr und eine fortlaufende, von ihm selbst entwickelte Werknummer zusammen mit dem Titel – ein privates Nummerierungssystem, das später zum Rückgrat des unter dem Klee-Nachlass erarbeiteten Œuvrekatalogs wurde; diese Beschriftung ist häufig das aussagekräftigste Element am Objekt überhaupt. Werke, die durch die Familie oder den Berner Nachlass gegangen sind, können Nachlassvermerke oder Sammlungsstempel tragen; das Zentrum Paul Klee in Bern verwahrt das zentrale Archiv und die Dokumentation, die für die Forschung zu Zuschreibungen herangezogen werden.
HÄUFIGE VERWECHSLUNGEN
- Offset- und Lichtdruckreproduktionen aus den zahlreichen Klee-Monografien und -Mappenwerken werden fortwährend gerahmt und als Originale verkauft; unter Vergrößerung zeigen sie jedoch ein regelmäßiges Punkt- oder Rasternetz statt körniger Aquarellablagerungen oder Plattenton.
- Ausstellungsplakate des 20. Jahrhunderts für Klee-Retrospektiven werden für Lithografien gehalten, obwohl sie Museums- und Druckereiangaben, Faltspuren vom Postversand und maschinell gedruckte Farbe aufweisen.
- „Nach Klee“ geschaffene dekorative Editionen und nicht nummerierte Pochoirs, oft mit gedruckter Faksimilesignatur, sind häufig; eine Signatur, die vollkommen flach in der Farbschicht liegt statt auf ihr, ist gedruckt und nicht von Hand aufgetragen.
- Regelrechte Fälschungen ahmen typischerweise die kindliche Linienführung sowie die Pfeil- und Fischmotive nach, treffen aber den Bildträger nicht: Es fehlen die charakteristische Montierung von Papier auf Karton und die eigenhändige Jahres- und Nummernbeschriftung des Künstlers.
WOFÜR KÄUFER ZAHLEN
- Werke der Bauhaus- und Düsseldorfer Zeit der 1920er und frühen 1930er Jahre sowie die großformatigen, schwer konturierten Kompositionen der letzten Berner Jahre gehören zu den gefragtesten Perioden; sehr frühe akademische Arbeiten vor 1910 sind weit weniger begehrt.
- Farbe zählt bei Klee mehr als Format: ein vollständig durchgearbeitetes Aquarell- oder Ölpauseblatt mit kräftiger chromatischer Struktur rangiert über einer Federzeichnung gleicher Maße.
- Das Vorhandensein des originalen, vom Künstler beschrifteten Untersatzkartons, eine lückenlose Provenienz über den Nachlass, die Berner Familiensammlung oder einen dokumentierten frühen Händler wie die Galerienkreise, die ihn ausstellten, sowie die Aufnahme in den Œuvrekatalog steigern den Wert; ein nicht lokalisiertes oder nicht nummeriertes Werk weckt Zweifel.
- Lichtschäden sind das typische Erhaltungsproblem – Klees Aquarelle und dünne Lasuren verblassen, seine Papiere bräunen und wellen sich –, und jedes Beschneiden des Blattes weg von seinem originalen Untersatz stellt einen schwerwiegenden Verlust dar.
VOR DER SCHÄTZUNG PRÜFEN
- Den Signaturbereich und jede Bleistiftbeschriftung hochauflösend fotografieren, einschließlich Titel, Jahr und Nummer auf dem Untersatz- oder Trägerkarton.
- Die gesamte Rückseite vor dem Ausrahmen fotografieren und dabei Galerie-, Museums- oder Ausstellungsetiketten, Sammlungsstempel und handschriftliche Nummern erfassen.
- Den Bildträger im Streiflicht und unter Vergrößerung dokumentieren – ob es sich um auf Karton aufgezogenes Papier handelt, ob ein Druckraster, eine Plattenkante, ein Wasserzeichen oder eine Auflagennummer im Rand vorhanden ist.
HÄUFIGE FRAGEN
Wie viel ist ein Werk von Paul Klee wert?
Der Wert hängt von Medium (Aquarell, Zeichnung, Lithographie), Größe, Provenienz und Zustand ab. Kleine Werke auf Papier liegen typischerweise zwischen 3.000 und 50.000 €, bedeutende Arbeiten können hingegen mehrere Millionen Euro erreichen. Eine professionelle Schätzung berücksichtigt alle relevanten Faktoren.
Wo kann ich ein Paul-Klee-Werk verkaufen?
Renommierte Auktionshäuser wie Christie's, Sotheby's und Dorotheum versteigern regelmäßig Klee-Werke. Alternativ bieten Kunstgalerien mit Spezialisierung auf Moderne und Online-Kunstplattformen Verkaufsmöglichkeiten. Die Wahl hängt von Werk und Wert ab.
Wie authentifiziere ich ein Paul-Klee-Werk?
Authentizität wird durch Provenienzforschung, Expertengutachten und das Catalogue Raisonné der Paul-Klee-Stiftung bestätigt. Bei Zweifeln empfiehlt sich eine Begutachtung durch anerkannte Fachleute. Vollständige Dokumentation erhöht Wert und Verkäuflichkeit erheblich.